Willkommen
Ostergottesdienst
Verherrlichung
Gerechtigkeit
ADRA hilft
Gnade und Friede
Gebet DerDu die Zeit
Glaubensbekenntnis
Taufe- Kindersegnung
Frauen ordinieren
Auf den Spuren
Identifikation
Beschneidung Gelhaar
Leitbilder
Adventgemeinde Ffm
Sanierung ist fertig
Sprechstunde
Konvent Rhein Main
Nooma - Termine
Generations Gottesd.
Naturwisschenschaft
Abendmahl
AWA
AWA-Tagung Rückblick
verp. Gelegenheiten
Ausstellung Tell Hal
System.Theologie
Tsuanamie Gottesfrag
Christl.Gelassenheit
Amerik.Bürgerkrieg
Jugendstunde
frühere Artikel
Bibelgespräch Heil
Gefühle in Bibel und
Umbau 3 S umgesetzt
Gottesbilder Artikel
Zinzendorf Artikel
Bibelarbeit Psalm 8
Giga Saurier Artikel
Neue Seite
Im neuen Gewand
Senioren Rückblick
Cafe Tohuwabohu
Ausblick aktuell
Auf d Marienhöhe DA
MRVor Ort
Pastors Site
Privat
Kontakt Info Webmast
InterressanteLinks
Spenden-Gaben-Konten
WegbeschreibungFfm

ARTIKEL                                                           

   Gottesbilder                                                                                  Rolf Gelhaar

Im Rahmen unserer Bibelbetrachtungen des IV. Viertels 2010 über alttestamentliche Menschen aus „der 2. Reihe“ erhob sich in den Diskussionen immer wieder die Frage, ob denn der Gott des Alten Testamentes derselbe sei wie der, der uns in den Zeugnissen des Neuen Testamentes begegnet. Eher konservativ geprägte Gemeindeglieder neigten häufiger dazu, diese Frage zu bejahen, während mehr progressiv orientierte Adventisten sich meistens sehr viel nachdenklicher dieser Frage näherten und deutliche Unterschiede in den Texten auszumachen glaubten. Es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man die im theokratischen Milieu des Alten Testamentes verwurzelten Schilderungen eines Gottes nimmt, der den hebräischen Heerscharen voran geht und zum Sieg über die umliegenden ungläubigen Völker mit tausenden von hingeschlachteten Feinden verhilft, oder ob man z. B. einer Erklärung des Paulus an seinen jugendlichen Freund Timotheus Glauben schenkt, wenn er Gott als den charakterisiert, der „ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat, auch nicht sehen kann“ (1.Tim.6,16 / Elberfelder).

Woran liegt das, dass uns so ganz unterschiedliche Beschreibungen des „All-Ewigen“, wie Gott häufig von unseren jüdischen Brüdern genannt wird, in der Schrift begegnen? Unzweifelhaft kann man in den alttestamentlichen Schilderungen oftmals durchaus tendenziöse Darstellungen erkennen. Dass dahinter deutlich menschliche Absichten stecken, ist sicherlich unschwer auszumachen. Nicht die Schrift gilt uns als inspiriert, sondern immer nur der jeweilige Schreiber, der dabei jedoch keinesfalls seine Menschlichkeit, seine Neigungen und Prägungen insgesamt abgelegt hat. Was also führt zu den anfangs beschriebenen so ganz unterschiedlichen Schilderungen göttlicher Erscheinungsweisen? Die Antwort ist einfach: es sind immer nur Bilder von Gott, Wahrnehmungen und Eindrücke, die uns als Bibelleser begegnen;  etwas anderes kann der Mensch von dieser anderen Dimension des Lebens, von Gott, auch überhaupt nicht fassen und begreifen – und so ist das das Gottesbild immer auch beeinflusst vom jeweiligen Schreiber, seiner Persönlichkeit, seinen kulturellen Vorstellungen und religiösen Prägungen. Wieviel mehr noch ist die Exegese biblischer Aussagen von diesen menschlichen Voraussetzungen abhängig, wie uns auch die religionsgeschichtliche Entwicklung der Adventbewegung mit aller Deutlichkeit gezeigt hat – intellektuelle Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit kann das wohl kaum leugnen. Interessant ist in diesem Zusammenhang das, was das liberale Judentum in dieser Frage prägt und auszeichnet. Liberale Juden sind der Auffassung, dass die Offenbarung Gottes ein fortschreitender dynamischer und kein einmalig abgeschlossener Akt ist. Dazu leiten sie einerseits die Bewahrung ihrer Tradition ab, die zugleich einer ständigen Erneuerung unterzogen werden muss – eine in der Tat bedenkenswerte Haltung!

Die wohl bedeutendste Wende im Gottesbild, die wir in der Schrift selbst feststellen können, ist die, welche Jesus von Nazareth vor etwa 2000 Jahren den Jahwe-gläubigen Juden gebracht hat. Ein „väterliches“ Gottesbild, welches von Güte und bedingungsloser Annahme geprägt ist, wurde offenbar schon damals als gegen die Tradition verstoßend angesehen.

Jesus hat sich für dieses ungewöhnliche neue Gottesbild eingesetzt bis zum Tod. Ja, Jesus hat sich für diese Sicht auf das neue Gottesbild geopfert und ist um unsretwillen dann am Kreuz gestorben – warum? Um seinen Zeitgenossen und uns die unbedingte Ernsthaftigkeit seines Glaubens an die unendliche Güte Gottes zu zeigen.  Jesu Tod war ein Opfertod, ja, aber kein Sühnopfertod! Was wäre das für ein unerbittliches Gottesbild, welches ein Menschenopfer verlangt, um „mit sich selbst versöhnt“ zu sein, ganz zu schweigen von der damit verbundenen unbiblischen Idee, am Kreuz wäre Gott selbst gestorben, was man leider immer wieder mal in unseren Gemeinden hören kann. In unheilvoller Weise hat die schwierige und komplizierte Theologie des Paulus den Sühnopfer-Gedanken so mit dem christlichen patriarchalischen Gottesbild verquickt, dass nicht zuletzt daraus Generationen von adventistischen Kindern und Jugendlichen eher den fordernden als den liebenden Gott als Mittelpunkt eines vernünftigen Glaubens kennen gelernt und später der Adventgemeinde den Rücken gekehrt haben. Wer sein Gottesbild, die Menschen und die Bibel durch die Sühnopferbrille ansehen will, der soll das tun, aber dafür auch die volle Verantwortung übernehmen. Jesus hat Heil und Leben gebracht und hat uns Menschen mit der Botschaft von der Güte Gottes den Glauben an die Vergebung geschenkt. Für dieses völlig neue Gottesbild ist er sogar in den Tod gegangen, Gott sei Dank dafür!

STA Adventgemeinde Frankfurt Zentrum Eschenheimer Anlage 32 Frankfurt/M  | stloeb@aol.com