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Die Beschneidung

Im Hintergrund des paulinischen Galaterbriefes, welchen wir in diesem 4. Viertel 2011 in unserer Bibelbetrachtung besprechen, steht als praktischer Konfliktpunkt die Beschneidung. Um gleich zu Anfang den evtl. vorhandenen Schleier, der möglicherweise über dieser rituellen Handlung liegt, zu beseitigen und von der Sache her Klarheit zu schaffen, sollen im Folgenden die Ausführungen in RECLAMS BIBEL LEXIKON auszugsweise und wegen der besseren Verständlichkeit z. T. leicht verändert wiedergegeben werden, Zitat:

Unter Beschneidung versteht man die operative Entfernung der Vorhaut am männlichen Glied. Die Beschneidung war im Altertum als fester Brauch bei den Ägyptern, Edomitern, Ammonitern, Moabitern (Jes.9,24-25) und Israeliten üblich, nicht aber bei den Assyrern, Babyloniern und Philistern.
Die Beschneidung ist ursprünglich ein Initiationsritus
  (Weihebrauch beim Eintritt in eine Standes-, Alters- oder Religionsgemeinschaft), eine bei der Pubertät vollzogene Weihe zur Mannbarkeit; allerdings lässt sich der genaue Sinn des Brauches nicht mehr ermitteln, denn hygienische Gründe dürften nur von untergeordneter Bedeutung gewesen sein. Vielleicht war die Beschneidung ursprünglich als ein Opfer der Vorhaut gedacht, mit der die Fruchtbarkeit des Mannes gesichert werden sollte. Anscheinend entwickelte sich die Beschneidung seit dem Exil  (babylon. Gefangenschaft Israels) zu einem wesentlichen Unterscheidungsmerkmal gegenüber der heidnischen Umwelt. Es wurde für die Israeliten Pflicht, schon am männlichen Kleinkind  8 Tage nach der Geburt die Beschneidung vorzunehmen (1. Mose 17, 9-14 verlegt diese Vorschrift zurück in die Patriarchenzeit).
In hellenistischer Zeit, als Antiochius
 („Epiphanes“ / Makkabäerzeit, Entweihung des Jerusalemer Tempels) die Beschneidung unter Todesstrafe verbot, ließen sich zahlreiche Juden die Vorhaut auf künstlichem Wege wiederherstellen. 

Die Beschneidung ist nicht unbedingt ein feierlicher Akt, weihevoll anzuschauen, sondern vielmehr eine schmerzhafte, durchaus abstoßende Prozedur. Man kann dies im Internet bei Wikepedia unter „Beschneidung“ auch sehen.

Der Vollständigkeit wegen soll auch gesagt werden, dass nirgendwo in der Schrift die Beschneidung von Mädchen oder Frauen, wie dies noch immer in traditionellen Stammes-Gesellschaften Schwarzafrikas praktiziert wird, gefordert ist. Die Beschneidung von Mädchen ist nach unserem Verständnis ein barbarischer Ritus, gegen den viele Hilfsorganisationen, u. a. auch ADRA, seit Jahren kämpfen.

 

 

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